Kommunalwahl 2026 - ein Kommentar

Mehr Wertschätzung für das Ehrenamt
Ein Kommentar von Siegfried Ehrnböck

Die Kommunalwahl liegt hinter uns – und sie war für die SPD in Furth im Wald ein schmerzlicher Einschnitt. Wir haben einen Sitz im Stadtrat verloren. Künftig wird nur noch unsere Ortsvorsitzende Silke Schell die sozialdemokratische Stimme im Gremium vertreten. Das ist ein Ergebnis, das wir respektieren müssen – auch wenn es uns hart trifft.

Dabei sind wir mit einer starken Liste angetreten. Viele unserer Kandidatinnen und Kandidaten engagieren sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in unserer Stadt: in sozialen Einrichtungen, in Vereinen, in der Gewerkschaftsarbeit oder in der Nachbarschaftshilfe. Besonders sichtbar wurde dieses Engagement bei der Landesgartenschau 2025. Tausende von Stunden freiwilliger Arbeit haben sie geleistet – und damit ganz wesentlich zum Erfolg dieser Veranstaltung beigetragen.

Umso ernüchternder ist es, dass dieses Engagement bei der Wahl nur wenig bis gar keine Anerkennung gefunden hat. Viele Wählerinnen und Wähler haben ihre Stimmen anderen gegeben – etwa Unternehmern, Gastronomen oder bekannten Gesichtern aus dem Umfeld des Drachenstichs.

Das ist keine Kritik an den Wählerinnen und Wählern. Es ist auch keine Kritik an den Gewählten. Demokratie lebt von Entscheidungen – und diese gilt es zu akzeptieren. Dennoch bleibt bei vielen unserer ehrenamtlich Engagierten ein Gefühl der Enttäuschung zurück. Wer sich über Jahre hinweg mit großem persönlichem Einsatz für das Gemeinwohl einbringt, muss eine solche Erfahrung erst einmal verarbeiten.

Gerade deshalb richtet sich dieser Kommentar als Appell an unsere Gesellschaft: Das Ehrenamt ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Fundament unseres Zusammenlebens. Ob in der Betreuung von Alten und Schwachen, in der Arbeiterwohlfahrt, im Sportverein oder in der gewerkschaftlichen Arbeit – ohne diese Menschen würde vieles nicht funktionieren.
Diese Arbeit verdient mehr als nur freundliche Worte. Sie verdient echte Wertschätzung – im Alltag, in der öffentlichen Wahrnehmung und auch bei Wahlen.

Denn am Ende geht es nicht um Parteien oder einzelne Mandate. Es geht um die Frage, welchen Stellenwert wir dem Engagement für unsere Gemeinschaft beimessen.